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Gesellschaftliche Anpassungen

Die beruflichen Chancen für Frauen haben durchaus zu Anpassungen im Bildungssystem und öffentlichen Ein-richtungen geführt. Die Bildungs-chancen für österreichische Frauen sind denen der Männer ebenbürtig. Mittlerweile erlangen mehr Mädchen als Jungen die Hochschulreife und es gab einen deutlichen Anstieg des Frauenanteils an Universitäten.

Die Chancen der Gleichberechtigung sinken aber drastisch zum Zeitpunkt des Wiederein­stiegs der Frauen nach dem Erziehungsurlaub. Österreicherinnen entscheiden sich oft für eine lange Karenzzeit, während der sich der Wert ihrer Qualifikationen ver­ringert. Gerade hochqualifizierte Frauen finden nur sehr selten eine Teilzeitstelle in ihrem Sektor und werden dann unter ihrem Qualifikationsniveau eingestellt.

Neue Modelle, wie arbeitstätige Mütter im Betrieb unterstützt und entlastet werden können, finden langsam ihren Zugang aus dem anglo­amerikanischen Kulturkreis in den europäischen Raum. Kinderbetreuungseinrichtungen bieten zunehmend längere Öffnungszeiten an, die den Arbeits­­zeiten der Frauen besser entsprechen. Solche positiven Veränderungen sind allerdings bisher nur vereinzelt anzutreffen und werden auch in Zukunft nicht für alle beruf­lichen Bereiche möglich sein. Weiterhin sind es die Frauen, die die Strukturschwäche in Sachen Kinderfreundlichkeit ausgleichen müssen. Der schwierige Balanceakt, Beruf, Kinder­erziehung, Haushalt und Freizeit zu vereinbaren, wird auch zukünftig auf den Schultern der Frauen lasten.

Auswirkungen der Berufstätigkeit

Zu den Folgen für die Frauen selbst zählt oft ein enormer Erfolgsdruck. Sich beiden Aufgaben­ge­bieten, Familie und Beruf, ganz zu widmen und noch Zeit für sich selbst zu finden um zu entspannen und sich zu entfalten ist unmöglich. Wie nun die Frauen damit umgehen, hängt von ihren Ansprüchen ab. Verlierer sind leider allzu oft die Kinder, wenn die Karriere oder das Geldverdienen eine höhere Priorität einnehmen.

Auf der Suche nach Lösungen für das Dilemma, zu wenig Zeit und Energie für alle Bereiche aufbringen zu können, ist guter Rat teuer. Frauen sehen sich gezwungen, als Supermanager ihres eigenen Lebens mit Hilfe von Organisationsmethoden, Zeitmanagement und durch das Einschränken der eigenen Bedürfnisse aufzutreten.

Die Vision von m ehr Gleichberechtigung

Die Gleichberechtigung von Mann und Frau hat zwar große Fortschritte im Berufsleben erzielt, doch auf dem Gebiet der Haushaltsführung und Kindererziehung wurden weniger Meilen­steine erreicht. Das Ideal eines Familienvaters, der seinen Anteil an den familiären Pflichten erfüllt, ist in der heutigen Situation oft noch nicht annähernd erreicht. Die daraus resultierenden Probleme sind überlastete und von Schuldgefühlen geplagte Mütter, die gleichzeitig gestresste und unzufriedene, berufstätige Frauen sind, die sich Veränderungen wünschen.

Der Kampf um Gleichberechtigung ist noch lange nicht beendet und erfordert das Zusammen­wirken von betrieblichen Spielräumen, staatlichen Interventionen und privaten Initiativen.

Bilder
Teaser: FreeImages.com / Milda K
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